Ruine der Felsenburg Regenstein
Ruine der Felsenburg Regenstein

Burg- und Festungsruine Regenstein    -   Teil 4

Vor der Kernfestung befinden sich zahlreiche Aussenwerke, die heute kaum noch sichtbar sind, weil sich die Natur zumindest über alle Erdwerke gelegt hat. Das Bollwerk Neu Brandenburg ist schon seit Jahren nicht mehr zugänglich. Wahrscheinlich fehlt hier das Geld für die Absicherung der Besucherwege.

Festung Regenstein, Bollwerk Neu Brandenburg. (Foto: April 2003) Festung Regenstein, Bollwerk Neu Brandenburg. (Foto: April 2003)

Die Bastion Neu-Brandenburg sollte das östliche Vorfeld der Festung schützen. Durch die Überhöhung gegenüber der Kernfestung bot dieser Abschnitt einen idealen Angriffspunkt. 2013 war das Bollwerk überhaupt nicht mehr zugänglich. Das Laub im August verhinderte das Fotografieren über den Graben hinweg. Der Zugang zu dieser Bastion wird heute durch einen hohen Zaun geschützt.

Festung Regenstein - Felsgraben. (Foto: April 2003) Festung Regenstein - Felsgraben. (Foto: April 2003)

Das folgende Bauwerk ist kein Wehrbau und gehört nicht zur Festung.

Festung Regenstein - Wasserbehälter. (Foto: 2018) Festung Regenstein - Wasserbehälter. (Foto: 2018)

Der Wasserbehälter (Hochbehälter) stammt nicht aus der Festungszeit. Er wurde später errichtet. Wahrscheinlich, um Wirtschaft und Hotel als eine Art Wasserturm zu dienen.

Festung Regenstein - Wasserbehälter. (Foto: 2018) Festung Regenstein - Wasserbehälter. (Foto: 2018)
Festung Regenstein - Felsgraben. (Foto: April 2003) Festung Regenstein - Felsgraben. (Foto: April 2003)

Der Felsgraben vor der Friedrich-Wilhelmsburg war eine ingenieurtechnische Herausforderung. Der Fels musste angesprengt, abgehauen und vor allem abtransportiert werden. Eine Breschierung war mit den damaligen Mitteln der Artillerie unwahrscheinlich, da Fels nach Treffern nicht in sich zusammenfällt. Allerdings fehlt dem Graben eine flankierende Bestreichung mit Infanteriewaffen und leichten Geschützen. Falls der Graben doch von gemauerten Kapponieren gedeckt wurde, fehlt der Zugang zu diesen Bereichen von der Bastion aus.

 

1992 wurde der Graben von Erd- und Mauerresten befreit und in den jetzigen Zustand versetzt,

Festung Regenstein, Bastion Friederichsburg Festung Regenstein, Bastion Friederichsburg

Außenseite der Bastion Friederichsburg im August 2013. Auf dem Trampelpfad entlang geht es zu den Erdschanzen. Brennesseln behindern den Weg und am Ende ist alles zugewuchert.

Festung Regenstein, Infanterieausgang der Bastion Friederichsburg Festung Regenstein, Infanterieausgang der Bastion Friederichsburg
Festung Regenstein, Infanterieausgang der Bastion Friederichsburg Festung Regenstein, Infanterieausgang der Bastion Friederichsburg

Erdschanzen vor der Bastion Friederichsburg

 

Wie bei fast allen Festungsanlagen der damaligen Zeit, waren den Steinbauten Erdwälle und Schanzen vorgelagert. Damit sollte dem Gegner die schnelle und ungehinderte Annäherung an die Festung erschwert werden. Viele Schanzen hatten zusätzlich Spanische Reiter und Holzpalisaden zur Aufwertung.

Burg Regenstein - Erdschanze am Abschnitt. (Foto: 2016) Burg Regenstein - Erdschanze am Abschnitt. (Foto: 2016)

Im Sommer ist die Schanze völlig zugewuchert und nicht mehr zu erkennen. Am Infanterieausgang befindet sich eine, in Fels geschlagene Treppe, über die die Schanzen im Vorfeld der Festung erreicht werden konnten.

Burg Regenstein - Felspodest am Ausgang des Raubgrafentunnels (Foto: 2018) Burg Regenstein - Felspodest am Ausgang des Raubgrafentunnels (Foto: 2018)

Die Erdwerke waren einfach zu errichtenden Befestigungsanlagen, die im Vorfeld von Festungen oder bei Feldlagern eingesetzt wurden. Je nach Ausbau besaßen sie Palisaden und Schießscharten. An den Facen wurden oft zusätzlich spitze Pfähle eingerammt oder Spanische Reiter davor aufgestellt, um Angriffe zu erschweren.

Schnitt durch eine Erdschanze Schnitt durch eine Erdschanze
Festung Regenstein, Erdschanzen vor der Bastion Friederichsburg. (Foto:  April 2003) Festung Regenstein, Erdschanzen vor der Bastion Friederichsburg. (Foto: April 2003)

Bei unserem Besuch im April 2003 konnte man ungehindert zu den Schanzen vordringen. Zur Festungszeit war dieser Bereich frei von jedem Baumbestand, um freies Schussfeld zu haben.

Festung Regenstein, Erdschanzen vor der Bastion Friederichsburg. (Foto:  April 2003) Festung Regenstein, Erdschanzen vor der Bastion Friederichsburg. (Foto: April 2003)

Von der Ausdehnung her wirken die Schanzen sehr klein. Mehr als 3 bis 5 Schützen dürften darin kaum Platz zum Kämpfen gefunden haben. Die Steinhaufen stammen wahrscheinlich aus einer Beräumung der Schanzen und liegen da einfach nur so rum.

Festung Regenstein - Blick von der Bastion Friederichsburg. (Foto: 2018) Festung Regenstein - Blick von der Bastion Friederichsburg. (Foto: 2018)

Durch die Schleifung der Festungsanlagen bis auf die Grundmauern fehlt der Eindruck einer Festung mit Mauern und Schießscharten. Wahrscheinlich war das Gelände noch mit Palisaden und Erdwerken durchzogen, um Querangriffe zu behindern. Das ist reine Vermutung, Belege dafür gibt es nicht.

Dafür sprechen aber die Feldbefestigungen, die seit dem 30ig-Jährigen Krieg von jedem größerem Truppenkontingent beim Lagern angelegt wurden. Im Laufe der Zeit dürften solche Erdwerke aber eingeebnet und verschwunden sein.

Festung Regenstein - Festungsgelände. (Foto: 2018) Festung Regenstein - Festungsgelände. (Foto: 2018)

Die Festung Regenstein war eine Garnisionsfestung mit minimaler Besatzung. Erst im Ernstfall sollte die Anlage in Kampfbereitschaft versetzt werden. Trotzdem befand sich die gesamte Festung immer in einem desolatem Zustand, bis hin zu Kampfunfähigkeit.

Festung Regenstein - Bastion Friederichsburg. (Foto: 2016) Festung Regenstein - Bastion Friederichsburg. (Foto: 2016)

Hinter den Schanzen beginnt der Festungsgraben. In den Sandsteinfelsen wurde ein Graben und eine Balustrade gehauen/gesprengt.

Da die Mauerkronen fehlen, gibt das folgenden Foto nur einen ungefähren Eindruck wieder. Nach [1] waren auf der Kurtine zwei Kanonen vorhanden, die den Eingangbereich bestreichen konnten.

 

Auf der Bastion Scharfe Ecke war mindestens ein kleinkalibriges Geschütz vorhanden, das den Festungsgraben beschiessen konnte.

 

Dort, wo heute der Damm mit der Straße über den Graben führt, befand sich zur Festungszeit eine Zugbrücke.

Festung Regenstein, Toranlage von der Bastion Friederichsburg aus gesehen. April 2003. Festung Regenstein, Toranlage von der Bastion Friederichsburg aus gesehen. April 2003.

Die Bastion Friederichsburg mit der "Schützentreppe", einer aus dem Fels gehauenen Anlage zum Schutz des Torbereichs. Vor der "Schützentreppe" ist der Felsen senkrecht abgesprengt abgehauen worden. Auf der Brüstung der "Schützentreppe" befand sich wahrscheinlich Mauerwerk. Davon ist heute nichts mehr vorhanden.

Burg- und Festungsruine bei Blankenburg im Nordharz. Raubgrafentunnel Bergfried Vorburg Teufelsloch Papenberg Schanzen Sandhöhlen Preußische Festung Raubgrafenkasten Graf von Regenstein Bastion Scharfe Ecke Felshöhlen Kasematte Erdschanzen Ludwigsburg Heerstraße Sandsteinhöhlen Grüner Hof Regensteinmühle Bastion Mühlberg

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